Raiffeisen Gesellschaft

Allgemeiner Einstieg

Was sind Genossenschaften?

Das unternehmerische Ziel der Genossenschaft ergibt sich aus dem gesetzlich festgelegten Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft der Mitglieder durch den gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern. Dies vollzieht sich durch Selbsthilfe in Selbstverantwortung und Selbstverwaltung der Mitglieder. Die Arbeit ist auf das freie und selbstverantwortliche, zur Kooperation bereite Mitglied ausgerichtet.

Die Genossenschaft ist eine spezifische Unternehmensform; sie ist Wirtschaftsunternehmen und Personenvereinigung zugleich. Jede Genossenschaft ist rechtlich selbstständig. Sie hat die Aufgabe, ihre Mitglieder dauerhaft zu fördern und deren wirtschaftliche Unabhängigkeit und Existenz zu sichern. An der Gründung einer Genossenschaft müssen sich mindestens sieben Personen beteiligen. Die Mitgliedschaft ist die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen. Die Mitglieder bilden eine feste Gemeinschaft, die ihnen z. B. Kostenvorteile durch günstige Beschaffungs- und Absatzkonditionen bietet.

Die Höhe der Geschäftsanteile wird in der Satzung festgelegt. Jedes Mitglied verpflichtet sich, die satzungsgemäß vorgeschriebenen Geschäftsanteile zu leisten.

Raiffeisen-Genossenschaften

Raiffeisens Idee war, dass die Genossenschaften ihre Mitglieder durch den gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb wirtschaftlich fördern. Dieser Förderungsauftrag ist im Genossenschaftsgesetz festgeschrieben. Um dem gerecht zu werden, versorgen die Genossenschaften ihre Mitglieder mit Betriebsmitteln (z. B. Futtermittel, Düngemittel, Saatgut, Maschinen etc.) und erfassen, verarbeiten und vermarkten ihre Agrarerzeugnisse, z. B. Getreide, Kartoffeln, Milch, Vieh und Fleisch, Wein, Obst und Gemüse sowie nachwachsende Rohstoffe. Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit haben höchste Priorität in der Wertschöpfungskette. Sie beraten die Landwirte bei der markt- und umweltgerechten Produktion und bieten vielfältige Dienstleistungen, wie z. B. Finanzierung, Transport, Lagerung, Be- und Verarbeitung sowie landwirtschaftlich- technische Beratung.

Darüber hinaus erfüllen die Raiffeisen-Genossenschaften eine wichtige Funktion bei der Versorgung ländlicher Gebiete mit Bedarfsgütern. Sie liefern Brenn- und Treibstoffe aus eigenen Lagern. Sie betreiben moderne Bau- und Gartenmärkte mit einem reichhaltigen Angebot für Hof, Haus und Garten. Die Raiffeisen-Genossenschaften tragen dazu bei, dass der ländliche Raum lebensfähig bleibt. Raiffeisen ist zugleich ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor.


F. W. Raiffeisen

  • "Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele..."

  • "Man nennt die Vereine nach meinem Namen.
    Ich habe dieselben indes nicht erfunden.
    Der erste Verein war ein Kind unserer Zeit, aus der Not geboren.
    Ich habe nur die Patenstelle dabei übernommen"

  • "Nach meiner festen Überzeugung gibt es nur ein Mittel,
    die sozialen und besonders auch wirtschaftlichen Zustände zu verbessern,
    nämlich die christlichen Prinzipien in freien Genossenschaften zur Geltung zu bringen"

  • "Es bildete sich hiernach immer fester der Entschluss aus, für die Vereine…
    eine eigene Bank ins Leben zu rufen, …um die aus dem Bankverkehr entspringenden
    Vorteile den Vereinen selbst zuzuwenden und für diese die ganze Einrichtung so zu treffen,
    dass sie den Bedürfnissen derselben entsprich"

  • "Ich konnte mich von der Idee nur ungern trennen,
    daß solche Vereine nicht auf Eigennutz,
    sondern auf Christenpflicht und Nächstenliebe gegründet werden und fortbestehen müßten.
    Gegen den hochachtbaren, auf dem Gebiete der Volkswirtschaft so sehr verdienten Herrn Schulze-Delitzsch
    hatte ich diese Idee in einem Briefwechsel sehr warm verteidigt;
    nach den gemachten Erfahrungen muß ich demselben indes auf das vollständigste darin Recht geben,
    daß derartige Vereine nur dann lebensfähig sind und bestehen können,
    wenn sie auf die unbedingte Selbsthilfe gegründet,
    d. h. nur aus solchen Personen gebildet sind, welche der Hilfe persönlich bedürfen."