Raiffeisen Gesellschaft

Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde 1818 in Hamm an der Sieg als Sohn des dortigen Bürgermeisters, eines protestantischen Landwirts, geboren. Nach achtjähriger Militärlaufbahn wechselte er wegen eines Augenleidens in den zivilen Verwaltungsdienst. Bereits ab 1845 bekleidete Raiffeisen das Amt des Bürgermeisters in der Landgemeinde Weyerbusch, wenig später in Flammersfeld und schließlich in Heddesdorf bei Neuwied. In dieser Zeit hatte Friedrich Wilhelm Raiffeisen bereits zahlreiche soziale Projekte und eine ländliche Genossenschaftsbewegung angestoßen.

Im Mittelpunkt standen stets seine beiden wichtigsten Prinzipien – Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe. Nach seinem gesundheitlich bedingten frühen Ruhestand im Jahr 1865 widmete er sich bis zu seinem Tode 1888 ausschließlich der Genossenschaftsarbeit. Die Ideale, Ideen und Prinzipien Raiffeisens sind bis zum heutigen Tag weltweit verbreitet und erfolgreich. In über 100 Ländern sind heute mehr als 800 Millionen Menschen in rund 900.000 Genossenschaften organisiert.


F. W. Raiffeisen

  • "Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele..."

  • "Man nennt die Vereine nach meinem Namen.
    Ich habe dieselben indes nicht erfunden.
    Der erste Verein war ein Kind unserer Zeit, aus der Not geboren.
    Ich habe nur die Patenstelle dabei übernommen"

  • "Nach meiner festen Überzeugung gibt es nur ein Mittel,
    die sozialen und besonders auch wirtschaftlichen Zustände zu verbessern,
    nämlich die christlichen Prinzipien in freien Genossenschaften zur Geltung zu bringen"

  • "Es bildete sich hiernach immer fester der Entschluss aus, für die Vereine…
    eine eigene Bank ins Leben zu rufen, …um die aus dem Bankverkehr entspringenden
    Vorteile den Vereinen selbst zuzuwenden und für diese die ganze Einrichtung so zu treffen,
    dass sie den Bedürfnissen derselben entsprich"

  • "Ich konnte mich von der Idee nur ungern trennen,
    daß solche Vereine nicht auf Eigennutz,
    sondern auf Christenpflicht und Nächstenliebe gegründet werden und fortbestehen müßten.
    Gegen den hochachtbaren, auf dem Gebiete der Volkswirtschaft so sehr verdienten Herrn Schulze-Delitzsch
    hatte ich diese Idee in einem Briefwechsel sehr warm verteidigt;
    nach den gemachten Erfahrungen muß ich demselben indes auf das vollständigste darin Recht geben,
    daß derartige Vereine nur dann lebensfähig sind und bestehen können,
    wenn sie auf die unbedingte Selbsthilfe gegründet,
    d. h. nur aus solchen Personen gebildet sind, welche der Hilfe persönlich bedürfen."